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Überleben im Frieden
Völlig zusammengebrochen war zu Kriegsende die Versorgung mit Lebensmitteln. Plünderungen wie bei den Wiener Ankerbrotwerken halfen einigen wenigen und verschlimmerten die Lage für viele. Für das Überleben im Frieden war es notwendig, wieder Lebensmittelkarten einzuführen. Auf dem Schwarzmarkt und auf Hamsterfahrten ins Umland der Städte wurden Wertgegenstände gegen Essbares getauscht. Jeder noch so kleine Schrebergarten verbesserte die Lage seiner Besitzer. 1945/46 deckten die offiziellen Zuteilungen in Wien nur etwa ein Drittel des Bedarfs, der Rest musste "organisiert" werden.
 
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Im Frühjahr 1946 verschlechterte sich die Versorgung weiter bis zur "Mai-Krise", als die offizielle, aber nicht für alle garantierte Ration von 950 Kalorien kaum zum Überleben reichte. Ohne die Lieferungen der Besatzer, die internationalen Hilfsprogramme der Schweiz und der skandinavischen Ländern sowie ab 1946 der Hilfe von CARE und UNRRA hätten viele nicht überlebt.
Neben dem Hunger bildete der Wohnungsmangel das größte Problem, von dem in Wien 270.000 Menschen betroffen waren. Zudem hielten sich nach dem Krieg hunderttausende Menschen vorübergehend in Österreich auf. Volksdeutsche Flüchtlinge, "Displaced Persons" aus anderen Ländern, befreite Zwangsarbeiter und Überlebende des Holocaust warteten in Lagern auf die Ausreise in andere Länder oder die dauernde Aufnahme in Österreich.
Die seelischen und kulturellen Folgen des Krieges konnten im Kampf ums materielle Überleben vielleicht verdrängt werden; aber was hier vernichtet worden war, ließ sich nicht wie zerstörte Betriebe und Häuser wieder aufbauen.