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Österreich baut auf
Einleitung
In der Moskauer Deklaration vom 31. Oktober 1943 bezeichneten die Alliierten Österreich als erstes "Opfer" der "Hitler'schen Agression" und die Wiederherstellung eines "freien und unabhängigen" Landes als Ziel. Damit sollte vor allem der österreichische Widerstand gestärkt werden. Nach Kriegsende bot der Opfermythos Regierung wie Bevölkerung eine ausreichende Begründung, sich nicht oder nur bruchstückhaft mit Österreichs Beteiligung am Zweiten Weltkrieg und am Holocaust auseinander zu setzen.
 
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Unmittelbar nach dem Krieg ging es vor allem um die Wiederherstellung zerstörter Brücken, Bahnanlagen, Häuser und - noch mehrere Jahre lang - um die Versorgung der hungernden Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln und Bekleidung. Daran beteiligten sich zahlreiche staatliche und private Hilfsorganisationen vieler Länder.
1947 entschieden die USA, die punktuelle Überlebenshilfe in ein längerfristiges Projekt umzuwandeln. Mit dem von Außenminister George C. Marshall initiierten European Recovery Program (ERP) stellten die USA von 1948 bis 1952 16 westeuropäischen Ländern insgesamt 13 Milliarden Dollar zur Verfügung. Politisch sollte damit dem Vordringen des Kommunismus in Europa ein Riegel vorgeschoben werden.
 
Österreich lavierte geschickt zwischen Ost und West. Es gelang ihm als einzigem Land, in dem sich sowjetische Besatzungstruppen befanden, am Marshall-Plan teilzunehmen und die Teilung des Landes zu verhindern. Österreich trat zwar 1948 der OEEC in Paris bei, blieb jedoch der NATO fern. In die UNO und in den Europarat wurde Österreich als souveräner Staat 1955/56 aufgenommen. Für Österreich bedeutete die Teilnahme am Marshall-Plan den Beginn der Westorientierung: politisch, wirtschaftlich und kulturell.